Aktuelles / News / MVZ-etablieren-sich-und-werden-weiter-gefoerdert (Januar 2010)
Das Konzept ist aufgegangen
MVZ etablieren sich und werden weiter gefördert
Die Zahl der Ärzte, die in Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) arbeiten, hat sich gegenüber 2006 mehr als verdoppelt. Das geht aus einer aktuellen Veröffentlichung der Bundesregierung hervor.
| 4. Quartal 2006 | 4. Quartal 2009 | |||
|---|---|---|---|---|
| In MVZ in Vertragsarzt-trägerschaft | In MVZ in Krankenhaus-trägerschaft | In MVZ in Vertragsarzt-trägerschaft | In MVZ in Krankenhaus-trägerschaft | |
| Anzahl der Ärzte gesamt | 1.642 | 754 | 3.434 | 2.871 |
| davon Vertragsärzte | 858 | 38 | 1.308 | 41 |
| davon angestellte Ärzte | 784 | 716 | 2.126 | 2.830 |
Die in den letzen Jahren entstandenen MVZ haben sich als eine sinnvolle Ergänzung zu den in Einzel- und Gemeinschaftspraxen freiberuflich tätigen Ärzten etabliert. Mit ihrer Hilfe lassen sich Schnittstellenprobleme beim Übergang zwischen ambulanter und stationärer Versorgung besser bewältigen. Gleichzeitig sind die MVZ für Ärzte, Krankenhäuser und sonstige Träger eine attraktive Form, an der vertragsärztlichen Versorgung teilzunehmen. Sie ermöglichen z.B. die Berufsausübung im Angestelltenverhältnis bei flexiblen Arbeitszeiten und eine verstärkte Zusammenarbeit mit anderen Heilberufen. Insbesondere für jüngere Ärzte, die familiär eingebunden sind oder das wirtschaftliche Risiko einer Praxisübernahme scheuen, bieten MVZ eine reizvolle Berufsperspektive. Die Vorteile für ein Krankenhaus liegen in der verbesserten Wettbewerbssituation sowie der Möglichkeit, zusätzliche Einnahmen zu generieren und das bisherige Leistungsspektrum um- und ausbauen zu können.
Bundesregierung will MVZ weiter fördern
Angesichts der demographischen Entwicklung in Deutschland ist die Sicherung einer flächendeckenden, wohnortnahen und bedarfsgerechten medizinischen Versorgung von zunehmender Bedeutung. Deshalb will die Bundesregierung am MVZ festhalten. Eine gesetzliche Neureglung für MVZ soll gewährleisten, dass die ärztliche Tätigkeit im MVZ auch weiterhin allein medizinischen Aspekten folgt.
Hinweis
Auch wenn die Bundesregierung bestätigt, dass MVZ einen festen Bestandteil der medizinischen Versorgung bilden und zukünftig ausgebaut werden sollen, bleibt die Unsicherheit hinsichtlich der Trägerschaft. Nach dem Koalitionsvertrag dürfen sich beispielsweise Krankenhäuser und andere Träger, wie Pflegedienste und Apotheken, nur noch als Minderheitsgesellschafter an einem MVZ beteiligen. Es bleibt zu hoffen, dass die Bundesregierung hier die richtigen Signale für eine flächendeckende ambulante und stationäre Versorgung setzt.
ADVISION
Januar/2011
